Das Unterengadin (rätorom. Engiadina Bassa) ist weit stärker (1610–1019 m) geneigt. Es ist enger und wilder als das Oberengadin. Der Inn rauscht hier über Felsen und wühlt sich zwischen engen Wänden durch. Die wildeste seiner Schluchten ist die von Finstermünz, wo er das Schweizer Gebiet verlässt.
Ortschaften im Unterengadin
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(talabwärts): Brail (eine Fraktion der Gemeinde Zernez), Zernez, Susch, Lavin, Giarsun (Fraktion der Gemeinde Guarda), Guarda, Bos-cha (Fraktion der Gemeinde Ardez), Ardez, Ftan, Tarasp, Scuol (Schuls), Sent, Ramosch, Vnà und Seraplana (Fraktionen der Gemeinde Ramosch), Tschlin, Strada und Martina (Fraktionen der Gemeinde Tschlin)
Flora und Fauna
An den Nordhängen des Engadins erstrecken sich dichte Tannen- und Föhrenwälder bis auf einer Höhe von 1800 m, während an den Südhängen wegen der Trockenheit vermehrt Lärchenwälder anzutreffen sind, dafür aber bis auf 2100 m. In den weiträumigen Wäldern des Engadins leben Rothirsche und Rehe, in den gebirgigen Regionen Gämsen und Steinböcke. In den felsigen Seitentälern hausen Steinadler und Bartgeier. Hirsche, Rehe und Gämsen werden jedes Jahr während dreier Wochen im September kontrolliert bejagt. Die Steinböcke werden in einer Sonderjagd reguliert.
Für den Botaniker ist das Engadin eine unerschöpfliche Schatzkammer; namentlich ist die Kryptogamenflora reich. Auch an nutzbaren Mineralien (Galmei, Bleiglanz, silberhaltige Bleierze, Kupferkiese etc.) ist das Engadin reich; aber grössere Schätze sind die berühmten Mineralquellen von St. Moritz im Ober- und Scuol-Tarasp im Unterengadin.
Geschichte
Das Oberengadin hatte seine eigenen Grafen. Graf Dedalrich verkaufte 1139 sein Land an das Bistum Chur, von dem sich 1494 die Oberengadiner frei kauften. Im Unterengadin führten die vielfach sich durchkreuzenden Herrschafts- und Lehnrechte der Besitzer zu langen Fehden. Im Veltliner Krieg wurde das Engadin von den Österreichern verheert und 1622 an dieselben abgetreten, jedoch schon im folgenden Jahr an Bünden zurückgegeben. Die letzte österreichische Besitzung war Tarasp, das 1815 an Graubünden kam. Eine Besonderheit des Engadins ist das Engadinerhaus.
Die einzigen wintersicheren Verbindungen gegen Norden sind die Bahntunnel der Rhätischen Bahn. Konnte es auf der seit über 100 Jahren bestehenden Albulabahn im Winter tageweise zu Unterbrüchen kommen, ist der 1999 eröffnete Vereina-Tunnel ins Prättigau wintersicher. Die bestehenden Strassenübergänge des Flüela- und Albulapasses sind im Winterhalbjahr gesperrt - der Julierpass kann ganzjährig befahren werden, hingegen ist in schneereichen Wintern mit ggf. längeren Sperren zu rechnen.
Bevölkerung
Sprachen
Die Hauptsprache im Unterengadin sowie in Teilen des Oberengadins ist das Bündnerromanisch. Im Oberengadin wird Putér und im Unterengadin Vallader gesprochen; zwei rätoromanische Idiome mit jeweils eigener Schriftsprache, welche von den Engadinern zusammenfassend Rumantsch Ladin genannt werden. Das Ladin des Engadins ist jedoch nicht zu verwechseln mit den Ladinischen Sprachen in Nordostitalien. Durch den im letzten Jahrhundert stark aufgekommenen Tourismus und den dadurch grösser gewordenen Wirtschaftsraum verzeichnete das Engadin eine starke Zuwanderung von Menschen, welche die rätoromanische Sprache nicht beherrschen. Deswegen wird neben dem Bündnerromanisch auch oft Schweizerdeutsch gesprochen. In Teilen des Oberengadins wurde deswegen das Romanische stark verdrängt (vgl. St. Moritz und Region). Im Unterengadin ist die Verdrängung des Romanischen weniger stark, aber die Tendenz ist auch für diese Region erkennbar.
Das Engadin wird sprachlich-kulturell oft identifiziert mit dem nur in dieser Region beheimateten Gruss "Allegra !".







