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Das Alpen-Murmeltier

Verbreitung und Lebensraum

In Mitteleuropa sind Murmeltiere Bewohner der Hochgebirge; auch in Asien haben sich einige Arten an ein Leben in alpinen Höhen angepasst. Typischer sind für die Gattung jedoch die Arten der Murmeltiere, die Grassteppen bewohnen, zum Beispiel das Steppenmurmeltier (M. bobak), das im Osten Polens vorkommt.

Das Verbreitungsgebiet ist relativ geschlossen von Osteuropa über Nord- und Zentralasien bis Ostsibirien und Xinjiang. In Mitteleuropa gibt es nur in den Alpen, den Karpaten und der Hohen Tatra wildlebende Murmeltiere sowie eingeführte in den Pyrenäen. In Nordamerika leben die meisten Arten in subarktischen Breiten Kanadas und das Waldmurmeltier ist in der gesamten Nordhälfte der Vereinigten Staaten verbreitet. Alle Murmeltiere leben in gemäßigten und arktischen Breiten der Nordhalbkugel und fehlen in wärmeren Regionen.

Die Murmeltierbaue

Murmeltiere bauen sehr ausgedehnte Gangsysteme, welche aus Fluchtröhren und separatem Dauerbau bestehen können. Oftmals ist es schwierig, diese zu unterscheiden, da nicht jeder Bau fertiggestellt und genutzt wird, sowie auch tote Gänge, die „Toiletten“, vorhanden sind. Die Gänge können eine Länge von 10 bis 70 Meter haben; der bisher gemessene Rekord war ein Tunnel von 113 Meter Länge.

Am Tage verlassen die Murmeltiere ihre Baue. Sie sind vorwiegend am Boden aktiv und können kaum klettern. Ihre Nahrung sind Gräser und Kräuter, seltener Früchte, Samen und Insekten.

Hitzestress

Murmeltiere verfügen über nur wenige Schweißdrüsen und hecheln nicht. Verschiedene Untersuchungen weisen darauf hin, dass Murmeltiere mit hohen Wärmegraden nur sehr schlecht zurechtkommen und sehr rasch in Hitzestress geraten.Das amerikanische Gelbbauchmurmeltier zeigt Symptome von Hitzestress bereits ab einer Umgebungstemperatur von 20 Grad. Alpenmurmeltiere können zwar dabei beobachtet werden, wie sie sich auf Felsen oder vor ihren Bauten sonnen. Dieses Verhalten dient jedoch der Parasitenabwehr. Sie liegen dabei meist flach ausgestreckt auf dem Boden, um sich durch einen großflächigen Kontakt mit dem kühlen Untergrund abzukühlen.Auch ihr Aktivitätsmuster weist darauf hin, dass Alpenmurmeltiere Wärme meiden. An warmen Tagen sind sie außerhalb ihrer Baue nur in den kühleren Randzeiten zu beobachten.

Sozialverhalten

Das Sozialverhalten der Murmeltiere unterscheidet sich erheblich von Art zu Art. Das Waldmurmeltier ist ein Einzelgänger, das seinen Bau gegen Artgenossen verteidigt. Beim Gelbbauchmurmeltier (M. flaviventris) lebt ein einzelnes Männchen mit einem Harem aus verwandten Weibchen zusammen; auch hier sind die Männchen aggressiv gegen Geschlechtsgenossen, die sie nicht in die Nähe des Baus gelangen lassen.

Die Mehrzahl der Murmeltiere lebt aber wie das Alpenmurmeltier (M. marmota) in Kolonien, die aus einem dominanten Paar sowie deren jüngeren Verwandten bestehen. Murmeltiere begrüßen sich, indem sie die Nasen aneinander reiben und die Köpfe zusammenstecken. Nach etwa zwei Jahren verlassen die nun ausgewachsenen Murmeltiere die Kolonie; danach können sie versuchen, die Führung einer fremden Kolonie zu gewinnen, wofür sie das dortige dominante Männchen vertreiben und dessen Nachwuchs töten. Murmeltiere verständigen sich untereinander durch Pfeiftöne, die leicht mit Vogelstimmen verwechselt werden können. Die Pfiffe werden auch zur Ankündigung von Gefahr ausgestoßen, wobei je nach sozialem Rang des Rufers Flucht bis Reaktionslosigkeit die Folge sind.

Nach einer Tragzeit von dreißig Tagen bringen Murmeltiere zwei bis fünf Junge zur Welt, wobei die einzelgängerischen Arten größere Würfe als die kolonienbildenden haben.

Der Winterschlaf

Im Winter halten Murmeltiere einen ausgedehnten Winterschlaf, der zwischen sechs und sieben, aber auch bis zu neun Monate dauern kann. Der Schlafkessel wird dafür mit weichem Gras ausgepolstert, in welchem sich die Tiere zusammenrollen. Für diese lange Ruhezeit fressen sie sich während der kurzen Sommermonate große Fettreserven an. Während der saisonalen Ruhephase können Darm und Magen von Murmeltieren um die Hälfte verkleinert werden um Energie zu sparen. Während des Winterschlafs sinkt die Atmung auf etwa zwei Züge je Minute und der Herzschlag von 200 auf 20 Schläge je Minute. Der Energieverbrauch sinkt auf weniger als zehn Prozent. Um die 1200 Gramm Körperfett reichen so für den Winter. Sobald die Nahrung im Herbst nicht mehr ausreichend Energie liefert und die Fettspeicherzellen maximal gefüllt sind, begeben sich die Murmeltiere in den Winterschlaf. Dieser Zeitpunkt liegt oft einige Wochen vor dem eigentlichen Wintereinbruch. Das Erwachen wird über die Außentemperatur ausgelöst.

 

 

regiun

il capricorn

il chamuotsch

la muntanella

 
Version vom 25.09.2009 jat © Copyright von club skiunzs Ardez 2009 jat